Dinas Tagebuch

Nicht mal Fliegen ist schöner....

Herbstspaziergang im "Depot"

Im Winter vor vier Jahren lernte ich auf einer Rennradtour das Depot kennen und wollte seitdem darüber berichten. "Das Depot" war das größte Munitionsdepot westlicher Streitkräfte in Europa. Seit 1995 stehen ca. 1200 Hektar unter Naturschutz und es hat sich eine einmalige Landschaft entwickelt. Zwischen Heidekraut, Kiefern und Birken ragen aus dem sandigen Boden Reste der beiden Verladebahnhöfe und eiserne Verstrebungen der Schutzwälle hervor, was dem Gebiet eine apokalyptisch anmutende Stimmung gibt (finde zumindest ich). Vergangenen Mittwoch habe ich einen goldenen Tag der schönsten Jahreszeit genutzt und bin den "roten Weg" gegangen.

Der Eingangsbereich vom Brachter Campingplatz aus:


Starker Regen vom Vortag bildete bis zu 40 cm tiefe Pfützen.

Herbstimpressionen: "Little Indian Summer" ...


...und Pilze. Pilze zu sammeln ist zum Glück verboten, sonst gäbe es nicht solche Photos.

Tom is waiting for the Train that never comes:

Reste des Schienennetzes und der ehemaligen 88 Kilometer Straße

Überreste der militärischen Nutzung: Eine ehemalige Munitionsbaracke...

...Schutzwälle, die die einzelnen Munitionslager schützten.... 

...hier mit stählernen Verstärkungen....

...ein Abwasserrohr....

...und der Hinweis auf ein Löschwasserdepot.


Der Wald muss draußen bleiben.

Das Depot ist eine Heidelandschaft. Ohne den Zaun würde der Wald irgendwann die Oberhand gewinnen. Heide heißt Kulturlandschaft, die gezielt vor "Verbuschung" und Wildwuchs geschützt werden muss. Im Depot wird mit Pferde-, Schaf und Rinderbeweidung experimentiert.

Zum Schluss Kunst am Baum:

Ich traf den - vermutlich südamerikanischen? - Künstler, der noch bis Ende des Jahres einen Teil alter Betonfläche mit bunten Bildern und Friedenssymbolen schmückt. Das Depot hatte es im angetan. Es ist fröhlich, bunt, kosmopolitisch und skuril.

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